

T I T E LTHEMA ERNÄHRUNG & GESUNDHE I T
ÜBER DIE AUTORIN
Meike Bölts ist freie
Journalistin, Autorin
und Fotografin und mit
Pferden aufgewachsen.
Ihre drei eigenen Pferde
geben ihr täglich neue
Inspirationen für Texte
und Bilder. Für den Reiter-Kurier hat
sich Meike Bölts mit dem Thema Pfer-
degesundheit auseinandergesetzt.
sigkeit wird angeregt, der Sauer- und
Nährstofftransport gewährleistet und
die Verdauung angekurbelt. Langes
Stehen führt zu Mangeldurchblutung
Herz-Kreislauf Problemen, verminder-
tem Hufwachstum, Infektionsanfällig-
keit, Hautproblemen (Mauke, Ekzem),
Lympheinlagerungen im Gewebe, Ent-
giftungsstörungen und zur Schwächung
der körpereigenen Abwehrkräfte.
Die Gesundheit kann aber auch lei-
den wenn Pferde in unpassenden Hal-
tungsbedingungen leben. Herdenwech-
sel, falsche zusammen gestellte oder zu
große Gruppen, geringe oder schlecht
aufgeteilte Flächen, ungeliebter Boxen-
nachbar sind nur einige Beispiele die
Stress, Aggressionen und Ernährungs-
probleme verursachen können.
Offen- oder Laufstallhaltung
kommt der Natur des Pferdes entge-
gen, aber auch hier bedarf es eines gu-
ten Managements um jedem Tier in-
dividuell gerecht zu werden. So kön-
nen sich rangniedrige, alte, kranke
oder auch sehr sensible Pferde in groß-
en Gruppen mitunter schlecht zurecht
finden – haben sie keine Ruhe magern
sie ab, werden depressiv oder nervös.
Solche Pferde sind in kleineren (drei
bis fünf Pferde) individuell passenden
Gruppen meist besser aufgehoben.
Problematisch ist auch Boxenhaltung
mit wenig freier Bewegungsmöglich-
keit und eingeschränkter Sicht. Hier-
durch kommt es oft zu Verhaltensstö-
rungen wie Koppen, Weben oder im
Kreis laufen mit denen das Pferd ver-
sucht seinen Bewegungsstau zu kom-
pensieren.
Wichtig zur Gesunderhaltung ist
auch sauberes Trinkwasser – es ist
ein Grundbestandteil des Körpers,
wird von nahezu allen Zellen benötigt
und dient zur Regulierung zahlreicher
Stoffwechselvorgänge. Auf schlechte
Wasserqualität reagieren Pferde sehr
empfindlich indem sie weniger trinken.
Auch Stress oder ungeeignete Tränk-
gefässe können zu verminderter Was-
seraufnahme führen. Beobachtungen
zeigen, dass Pferde aus altmodischen
Zungenselbsttränken oft zu wenig
trinken. Pferde wollen beim Trinken
ihr Maul in eine offene Wasserfläche
eintauchen, das Wasser testen und
dann zügig trinken. Aus Eimern oder
Kübeln trinken Pferde immer gerne.
Moderne Tränken berücksichtigen das
natürliche Trinkverhalten von Pferden,
wie etwa Schwimmertränken bei de-
nen mittels Ventil automatisch Wasser
nachläuft sobald ein bestimmter Pe-
gel unterschritten wird. Klappen- oder
Balltränken verschließen sich selbstän-
dig und halten Schmutz fern.