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Reiter-Kurier · März 2017

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T I T E LTHEMA ERNÄHRUNG & GESUNDHE I T

gen. Altersbedingt arbeiten Ver-

dauung und Zellstoffwechsel oft

langsamer und häufig besteht

auch ein erhöhter Bedarf an Vita-

mine A, D und E . Auch Zink- oder

Selenmangel kommen vor. Hier

gibt es spezi-

elle Seniorfutter,

bei Problemen

ist das Erstellen

eines individu-

ellen Futterplans

empfehlenswert.

Kommen Zahnprobleme hinzu

ist die Fütterung von Heu Cobs

sinnvoll, die vor der Verabrei-

chung eingeweicht werden müs-

sen um Schlundverstopfung vor-

zubeugen. Für Pferde die viel Ei-

weiß (Rohprotein) benötigen, et-

wa Sportpferde, tragende Stuten

oder sehr alte und magere Pferde,

eignen sich auch die sehr eiweiß-

reichen Esparsette oder Luzerne

Cobs.

Des weiteren gibt es zahl-

reiche Pferdemüslis, für unter-

schiedliche Ansprüche, in ver-

schiedenen Zusammensetzungen

und Getreidearten, die häufig mit

Vitaminen und Mineralien er-

gänzt sind. Aber auch Hafer wird

von den meisten Pferden gut ver-

tragen, er ist leicht verdaulich, lie-

fert schnell verfügbares Rohpro-

tein und regt die Kautätigkeit an.

Die Haferqualität lässt sich prü-

fen indem man einige Körner in

ein Wasserglas gibt. Handelt es

sich um gute, schwere Qualität,

sinkt der größte Teil auf den Bo-

den, das Wasser bleibt auch nach

längerer Zeit klar. Bei schlechtem

Hafer wird das Wasser schmut-

zig, es bilden sich dunkle Ver-

färbungen. Da der Organismus

nicht alle Mineralstoffe und Spu-

renelemente selbst produzieren

kann sollte jedes

Pferd auch ein

handelsübliches

Mineralfutter-

mittel erhalten.

Bei allen Futter-

mitteln sollte

auf eine hygienische Lagerung,

frei von Staub, Schimmel, Feuch-

tigkeit und Schadnagern geachtet

werden.

Wohlstandskrankheiten

vermeiden

Heutzutage häufen sich

Wohlstandskrankheiten wie Huf-

rehe, Equines metabolisches Syn-

drom (EMS - Insulinresistenz)

oder Equines Cushing Syndrom

(ECS – Hirnanhangs- und Hor-

monstörungen) bei denen es zu

Störungen im Stoffwechselge-

schehen kommt.

Ursache sind meist unge-

eignete Haltungsmethoden und

Ernährungsfehler im Zusam-

menhang mit Bewegungsman-

gel. Pferde benötigen eher en-

ergiearme Pflanzenkost, erhal-

ten aber oft sehr energie- und zu-

ckerreiches Heu das vorwiegend

für Milchkühe produziert wurde.

Kritisch sind auch Kraftfutterga-

ben für wenig arbeitende Pferde.

Wie beschrieben befinden sich

die meisten Freizeitpferde im Er-

Wohlstands-

krankheiten

wie Hufrehe und EMS

häufen sich. “

Diagnose Stoffwech-

selkrankheit: Meist

ist falsche Ernährung

schuld.