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Reiter-Kurier · März 2017

TITELTHEMA

Pferdekörper ticken ganz anders. Erst wer über die Vorgänge im Inneren eines Pferdes

Bescheid weiß, dem wird bewusst, welch hohe Bedeutung der Ernährung zukommen muss.

P

ferde sind von Natur

aus Dauerfresser die den

Großteil des Tages mit

der Aufnahme von Roh-

fasern verbringen. Ihr

Grundnahrungsmittel sollte aus Heu

bestehen, ein Teil der Ration (nicht

mehr als ein Drittel) kann auch aus

Stroh oder ungiftigen Hölzern entste-

hen. Es gilt, Futterpausen von mehr

als vier Stunden zu vermeiden, da sich

dies negativ auf die Verdauung aus-

wirkt und die Entstehung von Magen-

geschwüren begünstigt. Welche Men-

ge Heu ein Pferde benötigt ist indivi-

duell unterschiedlich und abhängig von

Faktoren wie Rasse, Alter, Haltung und

Leistung. Berücksichtigt werden muss

dabei das individuelle Kaubedürfnis -

bedingt durch genetische Veranlagung

und ursprüngliche Herkunft fressen

einige Pferde schneller (und deshalb

mehr) als andere.

Pferde kennen kein Sättigungsge-

fühl aufgrund fehlender Dehnungsre-

zeptoren im Magen. Entscheidend ist

für sie die Anzahl der Kauschläge – aus-

reichend langes Kauen ist wichtig um

genügend Speichel zu bilden, der zur

Abpufferung von Magensäure dient.

Beim Pflanzenfresser Pferd findet die

entscheidende Verdauung nicht im

Magen sondern im Darm statt. Wird

zu wenig Raufutter gegeben führt dies

zu Magenübersäuerung und zum Ab-

sterben nützlicher Mikroorganismen

da die Darmbakterien keine Nahrung

mehr erhalten. Etwa zwei Drittel des

Immunsystems befindet sich im Darm

Starkes

Immunsystem

,