

12
Reiterkurier · März 2017
REPORT: STAL LBAU & STAL LMANAGEMENT
Völlig geschlossene Stallungen
sind längst überholt. Es gibt interes-
sante Konzepte, so viel Luft wie mög-
lich durchzulassen. Dies verhindert die
übermäßige Konzentration von Bak-
terien und Pilzsporen. Bei geschlos-
senen Ställen muss dafür gesorgt wer-
den, dass mithilfe von Lüftungssyste-
men Luftbewegung und Luftaustausch
funktionieren. Dies kann auch nachts
bei offenen Ställen, in denen dann die
Türen geschlossen werden, nötig wer-
den. Zur Auswahl stehen etwa Schwer-
kraftlüftungen, die durch das unter-
schiedliche Gewicht von erwärmter
und kühler Luft funktionieren. Aller-
dings ist ihre Wirkungsweise nur bei
Wind optimal. Als Lüftungssysteme
sind außerdem Unterdruck-, Über-
druck- und Gleichdrucksysteme gut ge-
eignet. Auch Schachtlüftungen werden
in Reitställen gerne genutzt. Bei ihnen
ist jedoch im Sommer bei heißen Tem-
peraturen ein Rückstau möglich, da
zu diesem Zeitpunkt die notwendige
Temperaturdifferenz zwischen drin-
nen und draußen nicht mehr gewähr-
leistet ist.
Fachfirmen erleichtern
Systemauswahl
Welches System für welche Stal-
lung geeignet ist, sollte in Zusam-
menarbeit mit einem Fachmann er-
örtert werden. Außerdem sollten wei-
tere Möglichkeiten zur Lüftung durch
große Türen und Fenster möglich sein.
Häufig wird gerade in älteren geschlos-
senen Ställen auch die Lüftung durch
Ventilatoren bevorzugt. Die Betriebs-
kosten sind jedoch recht hoch anzu-
setzen, sodass langfristig über ande-
re Möglichkeiten nachgedacht werden
sollte.
In Bewegungsställen wird es dem Pferd überlassen,
wo es sich gerade aufhalten möchte: draussen, drin-
nen oder auch im Schatten.
Bild:
www.schlosser-projekt.deLuftig muss es sein
Stallungen müssen über ausreichende Belüftung
verfügen, dürfen aber nicht zugig sein.