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Reiter-Kurier · März 2017

Ein Schritt

S

oviel sei gleich amAnfang gesagt:

Hektarweise Flächen braucht es

nicht. Das haben Forscher un-

längst herausgefunden. Die Strecken,

die Wildpferde im Herdenverband zu-

rücklegen, sind in vielen Fällen gar

nicht so weitläufig. Lediglich imWinter,

wenn das Futter knappwird, werden die

durchwanderten Territorien größer.

Eine Tatsache, die sich immer mehr

Pferdehalter zu Herzen nehmen und

einen „Paddock-Trail“ anlegen. Statt

auf einem viereckigen Paddock, bewe-

gen sich die Pferde auf einemRundlauf

zwischen verschiedenen Futterstellen.

Das lässt sich in den meisten Fällen

ganz einfach umsetzen, indem man ei-

nen Innenzaun um die zur Verfügung

stehende Fläche zieht. So entsteht ein

Weg, der Trail, auf dem Heu, Wasser,

Wälzplatz und Ruheplatz liegen.

Im Bewegungsstall wird die Fut-

terration auf möglichst viele Porti-

onen verteilt Pferde fressen von Na-

tur rund um die Uhr, allerdings immer

kleine Portionen, da ihr Magen sehr

klein ist. Sie bewegen sich die meiste

Zeit imSchritt vorwärts und legen zwi-

schen dem Grasen immer wieder Pau-

sen ein. Dann wird ausgeruht, geschla-

fen, gespielt, Fellpflege betrieben. Be-

wegungsställe verfolgen das selbe Ziel.

Sie sind zwar kleiner als das Territo-

rium, das Wildpferden zur Verfügung

stünde, kommen aber einer naturna-

hen Haltung schon sehr nahe.

Im Aktivstall bedient man sich der

Hilfe des Fütterungscomputers. Damit

lässt sich für jedes Pferd die Rau- und

Kraftfuttermenge individuell einstel-

len und auf mehrere Ration verteilen.

Die Pferde lernen, die verschiedenen

Fressstände immer wieder aufzusu-

chen und werden dadurch aktiv be-

wegt. Ein Transponder amHalfter oder

in die Mähne geflochten sorgt dafür,

dass der Computer das Pferd erkennt.

Zudem kann der Zugang zu einer grö-

ßeren Weidefläche ebenso per Com-

puter gesteuert werden. Ausreichend

große beziehungsweise mehrere ver-

schiedene Ruheflächen sorgen dafür,

dass auch rangniedrige Pferde in Ruhe

entspannen können. Ein Irrglaube ist,

dass eine Haltung im Bewegungsstall

nichts für Turnierpferde sei. Immer

mehr Turnierreiter erkennen, dass Be-