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Reiter-Kurier · Februar 2017
Befüllen mit Saftfutter oder Medika-
menten.
Ein wichtiges Lebensmittel zur
Gesunderhaltung ist auch das Trink-
wasser. Moderne Tränken gewährlei-
sten freien Zugang zu frischemWasser
rund um die Uhr, für den Winter gibt
es frostsichere Behälter oder beheiz-
bare Systeme.
Ernährung und Gesundheit sind
untrennbar miteinander verbunden -
überaus wichtig zur Gesunderhaltung
ist saubere Luft. Eine der häufigsten
Atemwegserkrankungen bei unseren
Pferden, die sogenannte Chronisch
Obstruktive Bronchitis (COB/ Dämp-
figkeit) wird in ihrer Entstehung be-
günstigt durch schlechte Luft und
mangelhafte Futterqualität.
Als Hauptverursacher von COB
gelten organische Staubpartikel in
Heu, Einstreu oder Kraftfutter die
vom Pferd eingeatmet werden. Auslö-
ser sind auch schadstoffbelastete Stall-
luft, Stress (Transport, Überbelegung,
ungeliebter Nachbar u.a.), Kehlkopfer-
krankungen oder in seltenen Fällen Pa-
rasitenbefall. Der Erkrankung geht oft
eine leichte akute Virusinfektion vo-
raus. Atmet das Pferd dann im Stall
schlechte Luft ein, finden Krankheits-
erreger idealen Nährboden was erneu-
te Entzündungsschübe auslöst. Die In-
halation von Schimmelpilzen und Spo-
ren führt zu Überempfindlichkeitsre-
aktionen des Immunsystems, weiterer
Schleimbildung und Bronchialkrämp-
fen bis hin zur Stauballergie. Empfeh-
lenswert für Allergiker oder empfind-
liche Pferde sind Heubedampfer die
dafür sorgen, dass Keime und Bakte-
rien aus dem Heu entfernt werden,
die Nährstoffe aber erhalten bleiben.
Hilfreich bei Husten sind auch moder-
ne Ultraschallinhalatoren die Medika-
mente in kleinste Bestandteile verne-
beln und tiefgreifend wirken. Bei eini-
gen Therapeuten oder Herstellern sind
Inhalatoren leihweise erhältlich.
Beweglichkeit und das Zusammenspiel
von Pferd und Reiter
Da Husten im Aktiv- oder Offen-
stall seltener vorkommt als in geschlos-
senen Ställen, hat gute gute Luft im
Stall oberste Priorität. Hygienemaß-
nahmen wie regelmäßiges Ausmisten
helfen Schadgasbildungen zu verhin-
dern, empfehlenswert ist der Einsatz
von Rotteförderern und die Verwen-
dung von staubfreier Einstreu (ent-
staubte Sägespäne, Pellets etc.). Mittels
Lüftungssystemen, geöffneter Fenster
und Türen im Stall sollte ständig ein
zirkulierender Luftaustausch stattfin-
den um verbrauchten Sauerstoff hi-
naus und frische Luft hinein zu beför-
dern, die Luftfeuchtigkeit sollte nicht
über 70% (Hygrometer) steigen.
Jeder Mensch weiß wie sehr ein
falsch beladener Rucksack die Bewe-
gung beeinträchtigt. Auch unseren
Pferden ergeht es ähnlich. Gesund
und leistungsfähig sein können sie nur
wenn sie körperlich fit und beweglich
sind, die Ausrüstung passt und der Rei-
ter ausbalanciert sitzt. Pferde sind von
Natur aus nicht geschaffen ein Gewicht
auf ihrer empfindlichen Wirbelsäu-
le zu tragen. Notwendig ist daher eine
sinnvolle Gymnastizierung des Reit-
und Fahrpferdes bei der Rücken-und
Bauchmuskulatur trainiert werden.
Ein ständig schief sitzender oder
falsch einwirkender Reiter bringt das
Pferd aus der Balance und verursacht
aufgrund der ungleichmäßigen Bela-
stung beimPferd Rückenprobleme und
Verspannungen. Veterinär-Chiroprak-
tiker, Osteopathen und Physiothera-
peuten arbeiten deshalb ganzheitlich.
Sie behandeln nicht nur das Pferd son-
dern begutachten den Reiter, die Pass-
form des Sattels, die Haltungsbedin-
gungen und erstellen auch Trainings-
pläne. Bei Problemen sollten Pferd und
Saft- und Kraftfutter
kann immer nur eine
Ergänzung in der Pfer-
deernährung sein.