Background Image
Table of Contents Table of Contents
Previous Page  26 / 44 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 26 / 44 Next Page
Page Background

26

Reiter-Kurier · Februar 2017

Befüllen mit Saftfutter oder Medika-

menten.

Ein wichtiges Lebensmittel zur

Gesunderhaltung ist auch das Trink-

wasser. Moderne Tränken gewährlei-

sten freien Zugang zu frischemWasser

rund um die Uhr, für den Winter gibt

es frostsichere Behälter oder beheiz-

bare Systeme.

Ernährung und Gesundheit sind

untrennbar miteinander verbunden -

überaus wichtig zur Gesunderhaltung

ist saubere Luft. Eine der häufigsten

Atemwegserkrankungen bei unseren

Pferden, die sogenannte Chronisch

Obstruktive Bronchitis (COB/ Dämp-

figkeit) wird in ihrer Entstehung be-

günstigt durch schlechte Luft und

mangelhafte Futterqualität.

Als Hauptverursacher von COB

gelten organische Staubpartikel in

Heu, Einstreu oder Kraftfutter die

vom Pferd eingeatmet werden. Auslö-

ser sind auch schadstoffbelastete Stall-

luft, Stress (Transport, Überbelegung,

ungeliebter Nachbar u.a.), Kehlkopfer-

krankungen oder in seltenen Fällen Pa-

rasitenbefall. Der Erkrankung geht oft

eine leichte akute Virusinfektion vo-

raus. Atmet das Pferd dann im Stall

schlechte Luft ein, finden Krankheits-

erreger idealen Nährboden was erneu-

te Entzündungsschübe auslöst. Die In-

halation von Schimmelpilzen und Spo-

ren führt zu Überempfindlichkeitsre-

aktionen des Immunsystems, weiterer

Schleimbildung und Bronchialkrämp-

fen bis hin zur Stauballergie. Empfeh-

lenswert für Allergiker oder empfind-

liche Pferde sind Heubedampfer die

dafür sorgen, dass Keime und Bakte-

rien aus dem Heu entfernt werden,

die Nährstoffe aber erhalten bleiben.

Hilfreich bei Husten sind auch moder-

ne Ultraschallinhalatoren die Medika-

mente in kleinste Bestandteile verne-

beln und tiefgreifend wirken. Bei eini-

gen Therapeuten oder Herstellern sind

Inhalatoren leihweise erhältlich.

Beweglichkeit und das Zusammenspiel

von Pferd und Reiter

Da Husten im Aktiv- oder Offen-

stall seltener vorkommt als in geschlos-

senen Ställen, hat gute gute Luft im

Stall oberste Priorität. Hygienemaß-

nahmen wie regelmäßiges Ausmisten

helfen Schadgasbildungen zu verhin-

dern, empfehlenswert ist der Einsatz

von Rotteförderern und die Verwen-

dung von staubfreier Einstreu (ent-

staubte Sägespäne, Pellets etc.). Mittels

Lüftungssystemen, geöffneter Fenster

und Türen im Stall sollte ständig ein

zirkulierender Luftaustausch stattfin-

den um verbrauchten Sauerstoff hi-

naus und frische Luft hinein zu beför-

dern, die Luftfeuchtigkeit sollte nicht

über 70% (Hygrometer) steigen.

Jeder Mensch weiß wie sehr ein

falsch beladener Rucksack die Bewe-

gung beeinträchtigt. Auch unseren

Pferden ergeht es ähnlich. Gesund

und leistungsfähig sein können sie nur

wenn sie körperlich fit und beweglich

sind, die Ausrüstung passt und der Rei-

ter ausbalanciert sitzt. Pferde sind von

Natur aus nicht geschaffen ein Gewicht

auf ihrer empfindlichen Wirbelsäu-

le zu tragen. Notwendig ist daher eine

sinnvolle Gymnastizierung des Reit-

und Fahrpferdes bei der Rücken-und

Bauchmuskulatur trainiert werden.

Ein ständig schief sitzender oder

falsch einwirkender Reiter bringt das

Pferd aus der Balance und verursacht

aufgrund der ungleichmäßigen Bela-

stung beimPferd Rückenprobleme und

Verspannungen. Veterinär-Chiroprak-

tiker, Osteopathen und Physiothera-

peuten arbeiten deshalb ganzheitlich.

Sie behandeln nicht nur das Pferd son-

dern begutachten den Reiter, die Pass-

form des Sattels, die Haltungsbedin-

gungen und erstellen auch Trainings-

pläne. Bei Problemen sollten Pferd und

Saft- und Kraftfutter

kann immer nur eine

Ergänzung in der Pfer-

deernährung sein.