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Reiter-Kurier · Februar 2017

t i t e lthema : Gesundhe i t und Ernährung

sorgfältig vorbereitet oder geübt wer-

den. Hilfreich zur Behandlung von

Stresssymptomen sind alternative

Heilmethoden wie Homöopathie, Aku-

punktur, Phytotherapie oder auch Bo-

denarbeits- und Gelassenheitstraining.

Im akuten Fall können auch Bach Blü-

ten verabreicht werden oder Kräu-

ter wie Baldrian, Hopfen, Melisse und

Weißdorn.

Heu ist und bleibt das

Grundnahrungsmittel.

Daran führt kein Weg

vorbei.

Eine artgerechte Ernährung trägt

maßgeblich zur Gesundheit bei. Viele

Krankheiten wie Stoffwechsel- und

Verdauungsstörungen, Haut- und Huf-

probleme, Allergien u.a. lassen sich po-

sitiv durch die Ernährung beeinflus-

sen. Da ihr Organismus auf die ste-

tige Aufnahme strukturhaltiger Pflan-

zenfasern angewiesen ist, sollte das

Grundnahrungsmittel aller Pferde aus

Heu bestehen. Der Nährstoffgehalt im

Heu kann jedoch schwanken, je nach

Klima, Schnittzeitpunkt, Lagerung,

Bodenbeschaffenheit und Düngung.

Qualitätvolles Grünfutter ist leider

oft Mangelware, viele Flächen sind ar-

tenarm und die Böden krank aufgrund

falscher oder chemischer Düngung.

Problematisch sind oft auch fruktan-

und zuckerhaltige Gräser die für Milch-

kühe geeignet sind, bei Pferden jedoch

Stoffwechselkrankheiten verursachen

können. Die naturgemäß von Pfer-

den benötigte spärliche und krautrei-

che Nahrung kann auf solchen Flächen

sels oder einen zeitgesteuerten Heuau-

tomaten der täglich bis zu fünf Porti-

onen zu vorgegebenen Zeiten auswirft.

Auch die Beimischung von Stroh

verlängert die Fresszeit - jedoch nie

mehr als 1/3 Stroh der Gesamtration,

da Stroh schwerer verdaulich ist als

Heu (Verstopfungskolik). Vorzugswei-

se sollte Stroh aus biologischemAnbau

verwendet werden da in der konventi-

onellen Landwirtschaft Halmverkür-

zer (Chlorcholinchlorid/CCC) einge-

setzt wird. Sinnvoll ist auch das Füt-

tern ungiftiger Zweige wie Hasel, Wei-

de, Obstbaum etc.

Ernte-oder Lagerungsfehler beim

Heu können zur Bildung von gesund-

heitsschädigenden Schimmelpilzgif-

ten führen. Kotwasser, Durchfall, Ko-

lik und Abgeschlagenheit sind häufig

die Folgen. Neben der Sinnenprüfung

gibt eine Futtermittelanalyse Auf-

schluss über die Qualität. Da selbst das

beste Heu nicht völlig keimfrei ist bie-

ten sich für Allergiker fahrbare Heuwä-

scher oder mechanische Heutaucher an

mit denen die Zahl der Keime im Heu

reduziert werden kann.

Kraftfutterrationen

regelmäßig prüfen

Jedes Pferd benötigt Grundnähr-

stoffe wie Wasser, Rohfaser, Eiweiß,

Kohlenhydrate, Mineralien und Vita-

mine, je nach Individuumund Leistung

in unterschiedlicher Menge. Gefüttert

werden darf nur hygienisch einwand-

freies Futter. Plötzliche Futterumstel-

lungen führen zum Absterben nütz-

licher Darmbakterien, können Hufr-

ehe, Kolik oder Verdauungsprobleme

auslösen und sollten unbedingt ver-

nicht wachsen. Eine der Natur ange-

passte ökologische Weidebewirtschaf-

tung (Kreislaufwirtschaft, Kompostie-

rung) ist für die Gesundheit von Pfer-

den daher empfehlenswert.

Um Dysbalancen der Darmflora

mit Folge von Übersäuerung, Magen-

geschwüren, Kotwasser, Verhaltens-

problemen u.a. vorzubeugen, sollten

Futterpausen nicht länger als vier

Stunden sein. Vermeiden lässt sich dies

etwa mittels Zeit- oder Computer ge-

steuerter Heuraufen. Es gibt auch Va-

rianten für kleinere Pferdehaltungen

oder auch für Pferde mit speziellemBe-

darf etwa bei Krankheit, Zucht, Sport

etc., mit denen die Futteraufnahme-

zeit gesteuert oder verlängert werden

kann. Möglich bei Gruppenhaltung ist

auch ein separater Bereich, in den das

Pferd geführt wird und den es nach

dem Fressen durch eine Einbahntor

selbstständig wieder verlassen kann.

Des weiteren gibt es sogenannte Slow-

feeder wie engmaschige Heunetze,

verstellbare Fressgitter, mechanische

Heuraufen die eine gesunde Fressposi-

tion ermöglichen, drehbare Heukarus-

Kleine Mengen und

möglichst rund um die

Uhr: Heunetze verlän-

gern die Fresszeit